Coronakrise ließ Unternehmensgründungen in Tirol leicht einbrechen

20. Juli 2020
Tiroler Wirtschaftskammer
Tiroler Wirtschaftskammer

Im ersten Halbjahr 2020 konnten 1.296 Neugründungen verzeichnet werden. Das sind um rund fünf Prozent weniger als im Vorjahr.

„Ganze 1.296 Neugründungen gab es in Tirol im ersten Halbjahr 2020 - wohlgemerkt inmitten der Corona-Krise. Es zeigt sich, dass wir in Tirol starke Jungunternehmer und motivierte Neugründer haben, die positiv und motiviert in die Zukunft blicken. Das freut mich sehr“, so Dominik Jenewein, Obmann der Jungen Wirtschaft Tirol. „Rund 70 Prozent der Gründer sind von Covid-19 und den begleitenden Maßnahmen betroffen. Die Auswirkungen reichen hier von Nachfragerückgang bis hin zu Finanzierungs- und Liquiditätsengpässen.“

Die Talsohle bei den Neugründungen rund um den Corona-Lockdown sei aber durchschritten.

Gründungen finden auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten statt. „Innovation und Weitblick sind mehr gefragt denn je. Damit Mut und Entschlossenheit zum Gründen, gerade auch in Zeiten der Krise, erhalten bleiben, müssen wir auch konsequent an allen Forderungen für die idealen Rahmenbedingungen festhalten. Das sind vor allem bürokratische und steuerliche Entlastungen.“ Die aktuellen Unternehmensgründer würden sich die potenziellen Auswirkungen der Pandemie auf ihr Geschäftsmodell genau ansehen. „Die jetzt gründen, haben sich auf die Rahmenbedingungen eingestellt“, so der JW-Vorsitzende. „Die Krise war sicherlich ein Digitalisierungsturbo. Auf die Online-Präsenz und Webshops wird jetzt mehr Fokus gelegt.“

Abwechslungsreiche Gründerszene

Erstmals seit langem haben die Männer bei den österreichweiten Neugründungen mit 55,6 Prozent die Nase vorn. Die meisten Gründungen gab es mit 33 Prozent in der der Altergruppe der 30- bis unter 40-jährigen. Was die verschiedenen Sparten anbelangt, verzeichnet das Gewerbe und Handwerk österreichweit mit 38 Prozent die meisten Neugründungen, gefolgt vom Handel mit knapp 30 Prozent der Neugründungen sowie der Sparte Information und Consulting mit knapp 19 Prozent im ersten Halbjahr 2020. „Tirol weist eine abwechslungsreiche und qualitative Gründerszene auf, von denen der gesamte Wirtschaftsstandort profitiert“, ist der Landesvorsitzende überzeugt.

Entlasten und unterstützen

„Besonders Neugründer und Jungunternehmer, welche sich noch keinen Eigenkapital-Polster aufbauen konnten, trifft die Corona-Krise hart. Die Junge Wirtschaft Tirol hat sich in den letzten Monaten dafür eingesetzt, die Auswirkungen auf Jungunternehmer so gut es geht abzufedern“, so Jenewein. Sollte es zu einer zweiten Corona-Infektionswelle im kommenden Herbst oder Winter kommen, will sich der Tiroler Wirtschaftskammer-Vertreter für staatliche Hilfen für aktuelle Neugründer einsetzen. „Es wäre deshalb für alle Neugründer wichtig, mögliche Worst-Case-Szenarien mitzudenken. Was sei der Plan, wenn aufgrund der Coronakrise ein Markt komplett wegbreche, die Lieferkette nicht mehr funktioniere oder es Liquiditätsprobleme gebe?“ Die Gefahr durch die Corona-Pandemie sei nun aber auf jeden Fall „mehr einschätzbar als vor einem halben Jahr“.

Wichtigste Servicestellen für den Unternehmensstart bleiben die Beratungsleistungen des Gründerservice der Tiroler Wirtschaftskammer und die WK-Bezirksstellen. Im Jahr 2019 wurden mehr als 6.170 Beratungen durchgeführt. „Die Serviceabteilung bietet eine umfassende Beratung und auch Workshops zu den Themen Unternehmensgründung, Betriebsnachfolge oder auch im Bereich Start-up. Dass das Beratungsangebot nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ überzeugt, beweisen die Beratungszahlen“, so Jenewein.

Coronakrise ließ Unternehmensgründungen in Tirol leicht einbrechen
Dominik Jenewein, Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft Tirol

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